Hüttersdorf
Kurze Geschichte unseres Ortes im mittleren Primstal
von  Dr. Johannes Schmitt,  Bilder von unserem Mitglied Werner Jäckel
                                                                 

 

 

Hüttersdorf, im mittleren Primstal gelegen, weist seit der frühen Vorgeschichte Siedlungsstellen auf, belegt durch eine Anzahl  steinzeitlicher Funde: Faustkeil, Klingen, Pfeilspitzen, Steinbeile. Dauerhafte Besiedlung erfolgte wohl erst in keltischer Zeit (ab 2000 v. Ch.). Buprich, heute ein Ortsteil von Hüttersdorf, ist ein keltischer Name, wie auch viele Flurnamen keltischen Ursprungs sind.
Schon früh wurde unser Raum durch die römische Kultur umgestaltet. Schon im 1. Jahrhundert nach Christi Geburt finden wir römische Einzelgehöfte, Grabplätze und Kultstätten, die im mittleren Primstal entlang der Römerstraße lagen, die von Saarbrücken über Lebach nach Trier führte.

Marienkapelle
 

Auf dieser Straße kamen auch wohl die Franken siedelnd Ende des 6. Jahrhunderts ins Primstal. Sie gaben dem Ort auch den Namen Hittinsdorf, abgeleitet von Hitto, der wohl das Sippenoberhaupt der fränkischen Familie war, die sich als erste am Übergang der Römerstraße über die Prims niederließ. Die Begräbnisstätten dieser Siedler befanden sich unterhalb der alten Kapelle.. Im 9. Jahrhundert schon kommt Hüttersdorf in dem Verzeichnis der Gemeinden vor, die jährlich nach Mettlach wallfahren mussten. Weitere urkundliche Erwähnungen führen in das spätere Mittelalter und in die frühe Neuzeit, wo Hüttersdorf und Buprich, noch siedlungsmäßig getrennte Orte, eine Herrschaft im Deutschen Reich bildeten, deren Landesherren damals die Vögte von Hunolstein und die Freiherren von Hagen waren.

Kath. Pfarrhaus, ehem. Gerichtshaus, 1780 erbaut. Zweigeschossiger Bau zu fünf Achsen mit Schulterbogenfenstern.
Über dem Portal Wappen der
Vögte von Hunolstein
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Kath. Pfarrhaus, ehem. Gerichtshaus, 1780 erbaut.
Zweigeschossiger Bau zu fünf Achsen mit Schulterbogenfenstern.
Über dem Portal Wappen der Vögte von Hunolstein.

Die bäuerliche Bevölkerung war bis zur Französischen Revolution leibeigen und hatte den Herrschaften unterschiedliche Abgaben und Dienste zu leisten.Hüttersdorf, Buprich und das nahegelegene Primsweiler bildeten bis in die Gegenwart eine Pfarrei. Die Kirche war ursprünglich an dem Platz, wo sich heute die Kapelle befindet, und erst im 18. Jahrhundert wurde sie im Ort erbaut. Konflikte mit den Herrschaften häuften sich im 18. Jahrhundert, als die Hüttersdorfer und Bupricher Untertanen sich gegen die Herrschaften auflehnten, die ihnen die Nutzung des Gemeindewaldes und das Fischen in der Prims verbieten wollten

Kath.Pfarrkirche Kreuzerhöhung.
Anstelle einer barocken Kirche wurde 1850/52 nach Plänen von Kreisbaumeister Carl Friedrich Müller unter Einbeziehung des alten Turms eine neue Kirche erbaut, die jedoch in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts durch einen größeren, funktionellen Neubau ersetzt wurde (s. Bild). Im Inneren ein Altar von 1730 aus der Guldner-Werkstatt und andere Ausstattungsstücke. Gesamtrestaurierung  im Jahre
2005

 

 

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 Buprich

     

Der Streit zog sich über Jahrzehnte hin und gelangte auch zu dem höchsten Reichsgericht, dem Reichskammergericht in Wetzlar. Durch die Französische Revolution wurden die Bauern frei. Hüttersdorf und Buprich waren eine Generation lang französisch und bildeten dann ab 1815 eine Gemeinde in der Bürgermeisterei Bettingen und gehörten bis zum Ende des 1. Weltkrieges zur preußischen Rheinprovinz. Erst im 19. Jahrhundert nach einer Phase der Verarmung infolge eines enormen  Bevölkerungswachstums und der Realteilung, der Aufteilung des Ackerlandes unter allen Erbberechtigten, änderten sich die Erwerbsstruktur und die Beschäftigungsverhältnisse.


 

 

 

 

 

Blick vom Homrich auf Hüttersdorf

 Hüttersdorf-Buprich hatte um 1800 ca. 580, im Jahre 1900 rund 2500 und heute um die 5000 Einwohner.Die ehemaligen Ackerer und Tagelöhner fanden ab 1850 Arbeit und Brot in den Bergwerken und in der Hüttenindustrie. Ende des 19. Jahrhunderts waren dies drei Viertel aller Beschäftigten. Sie waren Berufspendler und betrieben als „Bergmannsbauern“ bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts Landwirtschaft im Nebenerwerb. Erst dann gingen Tausende von Arbeitplätze infolge der Strukturkrisen im Bergbau und der Stahlindustrie verloren.
 

 

Der am Ortsrand gelegenen Engelgrundweiher mit einem unter Naturschutz stehenden Feuchtbiotop

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Hüttersdorf wurde im 20. Jahrhundert eine für das Saarland typischen Gemeinden mit nur wenigen Einzelhandels-geschäften und Handwerksbetrieben, aber einer Vielzahl von Sport- und Kultur- und Freizeitvereinen.
Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform verlor Hüttersdorf 1974 seine Selbständigkeit und wurde Gemeindebezirk der Gemeinde Schmelz